LINKE-Abgeordnete Sevim Dagdelen (MdB) und Özlem Demirel (MdL) fordern Bundesbank und SPD zum Handeln auf. „Das SPD-Mitglied im Vorstand der Bundesbank Sarrazin ist untragbar für das Amt. Auch die SPD ist aufgefordert endlich zu handeln“, so die migrationspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Sevim Dagdelen. Gemeinsam mit Özlem Demirel, LINKE-Abgeordnete im Landtag von NRW, fordert sie die Abberufung Sarrazins.
Sevim Dagdelen: "Es ist skandalös, dass Rassisten in Deutschland führende Funktionen bekleiden dürfen. Dass ein Vorstandsmitglied der Bundesbank sein Gift versprüht und versucht, die Gesellschaft zu spalten, ist ein unhaltbarer Zustand. Die rassistischen Hetztiraden von Sarrazin kann man nicht als PR-Kampagne für sein neues Buch abtun und zur Tagesordnung übergehen. Der Vorstand der Bundesbank und die Partei, die ihn nominiert hat, sind jetzt gefragt."
"Dass die SPD einen solchen Rassisten, der NPD-Positionen vertritt, als Mitglied führt, wirft ein zweifelhaftes Bild auf die SPD. Öffentliche Kritik seitens der SPD-Führung reicht nicht mehr aus. Das Problem Sarrazin wird immer mehr zu einem Problem der SPD. Die Untätigkeit der SPD ist ein Schlag ins Gesicht aller Demokratinnen und Demokraten."
Özlem Demirel, Landtagsabgeordnete aus Nordrhein-Westfalen, fügt hinzu: "Gerade in Zeiten der Krise sind Äußerungen wie die von Sarrazin gefährlich. Mit seiner Einteilung in ‚integrationsunfähige‘ und ‚-unwillige‘ sowie ‚produktive‘ und ‚unproduktive‘ Menschen schürt er Vorurteile und versucht die Gesellschaft zu spalten. Gerade in Nordrhein-Westfalen leben sehr viele Menschen mit einem Migrationshintergrund. Schaut man sich ihre Lebenslage an, so stellt man fest, dass insbesondere sie unter den Folgen der Krise zu leiden haben. Sie sind am stärksten von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen und haben schlechte Chancen im Bildungssystem. Wer aber von Integration redet, darf über soziale und rechtliche Gleichstellung nicht schweigen."
"Seit langem ist Sarrazin für seine rassistischen Äußerungen bekannt. Mit seinem neuen Buch gießt er abermals Öl ins Feuer. Obwohl es unstrittig ist, dass Sarrazins Auffassungen nicht mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Einklang zu bringen sind, wird ihm in den Medien immer wieder ein Forum für seine unerträglichen Absonderungen geboten."
"Egal ob offen faschistische Organisationen wie NPD und Pro-Bewegung oder Quartalsirre wie Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin: Jegliche Hetze gegen sozial ausgegrenzte Personen und Minderheiten muss von allen demokratisch gesinnten Menschen bekämpft werden!"