Pressesprecher: DIE LINKE. Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen

Uwe Steinkrüger
Pressesprecher
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26. Juli 2010 Landtagsfraktion DIE LINKE NRW

Loveparade: Nach Gespräch beim Innenminister bleiben viele Fragen offen

Anna Conrads

Am heutigen Montagmittag hat ein Krisengespräch im Innenministerium NRW nach den schrecklichen Vorfällen bei der Loveparade in Duisburg stattgefunden. Teilgenommen haben neben dem Innenminister und den innenpolitischen SprecherInnen der Fraktionen auch VertreterInnen von Polizei, Gefahrenabwehr und Feuerwehr.

Dazu erklärt Anna Conrads, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

„Polizei und Ministerium wirkten sichtbar bemüht, den Abgeordneten ihre Fragen zu beantworten. Dennoch bleiben zahlreiche Fragenzeichen. Beispielsweise der fragwürdige Umgang mit den erwarteten und tatsächlichen Besucherzahlen. Die Polizei spricht von maximal 350 000 Gästen und weist die Millionenschätzungen der vorherigen Loveparades im Ruhrgebiet zurück. Der Veranstalter bleibt bei seinen „Promotionszahlen“ von über 1 Million. Wie kann auf so einer Grundlage ein solides Sicherheitskonzept entstehen?“
 
Außerdem bleibt unklar, warum vor dem Gelände der Stau entstand, obwohl laut Polizeiluftbildern sowohl auf dem Gelände als auch auf der Zugangsrampe noch Platz gewesen ist. „Warum waren keine OrdnerInnen des Veranstalters am Unglücksort zu sehen; warum waren Zu- und Abgang nicht getrennt, warum stand direkt am Anfang des Partyplatzes ein Party-LKW– obwohl das absehbar zu Stauungen im Eingangsbereich führte“, fragt Anna Conrads. Die Polizei und das Innenministerium sehen die Zuständigkeit für diese Fragen und das gesamte Veranstaltungs- und Sicherheitskonzept bei der Stadt Duisburg als Genehmigungsbehörde und beim Veranstalter. „Wir haben als DIE LINKE einen Katalog von 20 Fragen zum Hergang, zu den Vorplanungen und zum Einsatzkonzept beim Innenministerium eingereicht.“ (Fragen hier: http://www.linksfraktion-nrw.de/aus_dem_landtag/news/detail/artikel/fragen-an-das-innenministerium-von-nrw-nach-ereignissen-bei-loveparade)
 
Besonders wichtig wird im Rahmen der Ermittlungen auch sein, inwieweit es vorher von Seiten der Polizei, Teilen der Verwaltung und der Feuerwehr in Duisburg Bedenken gegen das Sicherheitskonzept und Veranstaltungsort gegeben hat und inwieweit diese von der Stadtspitze und vom Veranstalter nicht berücksichtigt wurden. Ob dieser Ort mit dem erarbeiteten Sicherheitskonzept überhaupt hätte genehmigt werden dürfen, bleibt mehr als fragwürdig. Ich fordere den OB und die Verantwortlichen in der Stadt Duisburg auf, sich den politischen Konsequenzen zu stellen.“